Wir sind froh und glücklich in diesem Jahr beim Treffen der Fünfzigjährigen an der Säubrennerkirmes 2009 dabei zu sein.
1959 ist ein super Weinjahr, in den USA werden die Kinderzimmer von den ersten Barbies bevölkert, das Saarland erhält ebenfalls die Deutsche Mark, der Mini(Auto) kommt auf den Markt und Eintracht Frankfurt wird Deutscher Fußballmeister.
1960 kommt die Antibabypille in den USA auf den Markt (Gott sei Dank erst, sonst gäbe es einige von uns nicht), die ersten Hunde werden ins Weltall geschossen, das erste Deutsche Kernkraftwerk geht in Betrieb, die Olympischen Spiele finden in Rom statt und die Sowjetunion wird Fußball- Europameister.
Diese Dinge beschäftigen (natürlich abgesehen von unserer Geburt) die Welt in diesen Jahren, in denen unser Weg in Wittlich beginnt und sich folgend fortsetzt:

Unsere Einschulung erfolgte Ostern 1966. Wir waren vier Klassen, davon zwei in der katholischen Volksschule Sankt Markus und zwei in der katholischen Volksschule Sankt Bernhard. In der Volksschule Sankt Bernhard waren unsere Lehrer Frau Jöntgen und Herr Schaefer, die heute noch in Wittlich leben. In der Volksschule Sankt Markus wurden wir betreut von Frau Bastian und Herrn Selbach, die bereits lange verstorben sind. Zudem gab es noch eine Klasse in der evangelischen Paul-Gerhardt-Schule, Zur Schweiz. Die Paul-Gerhardt-Schule wurde seinerzeit als evangelische Volksschule errichtet, jedoch als solche nicht lange genutzt. Die evangelischen Schüler/innen waren mit mehreren Jahrgängen in den Klassen zusammengefasst. Später wurden katholische und evangelische Schüler/innen zusammen unterrichtet, nur im Religionsunterricht gingen wir in getrennte Klassen.
Wir besuchten seinerzeit die sogenannten Kurz-Schuljahre, das heißt wir wurden im April 1966 eingeschult, kamen im Dezember 1966 bereits ins 2. Schuljahr und nach den Sommerferien 1967 ins 3. Schuljahr. Seit diesem Zeitpunkt, also seit 1967, gibt es Zeugnisse und Schulabschlüsse im Sommer.
In der Volksschule St. Markus gab es auf dem Schulhof für die Pausen noch die klare Trennung von Jungen und Mädchen, die untere Seite Richtung Kordel war den Mädchen vorbehalten, die obere Seite Richtung Schulgebäude den Jungen; aber immerhin gab es hier gemischte Klassen; während es in St. Bernhard reine Jungen- und Mädchenklassen gab. Der Schulhof war natürlich auch geschlechtergetrennt. In der Pause spielten die Mädchen Gummitwist, Seilspringen oder Kästchenhüpfen. Die Jungen vergnügten sich mit Plumpsack, spielten Augsburger Puppenkiste nach  ("Blechbüchsenarmee" oder "Bill Bo und seine Bande") oder machten unter dem Vorwand "Weiberjagd" erste Begegnungen mit der Weiblichkeit auf der anderen Schulhofseite.(Deckel hoch der Kaffee kocht aus diesem Grund trugen die Mädchen schwarze Turnhosen unter den Röcken). Im Winter wies uns (heute unvorstellbar) Lehrer Schaefer in das fachgerechte Anlegen von Schlitterbahnen auf dem Schulhof ein.

Unseren Sportunterricht (Leibeserziehung!) hatten wir in der Jahnplatz-Turnhalle, die auch heute noch so heißt. Während die ehemalige katholische Volksschule St. Bernhard später in Grundschule Jahnplatz umbenannt wurde und heute Georg-Meistermann-Grundschule heißt.

Wir waren geburtenstarke Jahrgänge und füllten locker die Klassen. Ebenso waren wir auch bei der Kommunion 1967 zahlreich vertreten.
Aufgrund der Kurzschuljahre gab es eine sehr hohe Anzahl Kommunionkinder, sodass  wir schon im 2. Schuljahr unsere Kommunion nicht wie üblich am Weißen Sonntag, sondern am 18. Juni 1967 feierten.

 

 

 

 

 

 

Die Tradition der Wittlicher Säubrennerkirmes wurde von Bürgermeister Mathias Joseph Mehs im Jahre 1950 ins Leben gerufen. Anfangs wurden nur zwei Zweizentnerschweine auf dem Spieß geröstet. Heute jedoch hat sich die Zahl auf über hundert Schweine erhöht.
Seit 1953 gehört das Treffen der Wittlicher 50-Jährigen zum alljährlichen Kirmesprogramm.
Nicht nur die Zahl der Schweine auf der Kirmes hat sich seit unserer Einschulung drastisch verändert. Gab es zu unserer Schulzeit weder Handy, MP3 Player noch Computer, ist es heute ein Muss, diese Sachen zu besitzen. Wir brauchten auch keine Handys, um uns zu verabreden, sondern trafen uns am Nachmittag, nach den Hausaufgaben, an unseren Stammplätzen, wie z.B. der Bastenmühle, dem Mundwald, der Ohling, am Schaff  oder dem Quetschenberg. Dort spielten wir Räuber & Gendarm oder liefen mit unseren Rollschuhen in den wenig befahrenen Straßen und übten für das Highlight der Jugendkirmes in Sankt Bernhard; dem Rollschuh-Wettlauf! In der kurzen Zeit in der wir fernsehen durften, freuten wir uns am meisten auf die Augsburger Puppenkiste, Flipper, Bonanza, Lassie, Fury und die kleinen Strolche.
Wöchentlich trafen sich die Mädchen von St. Bernhard im Jugendheim St. Bernhard zur Frohscharrunde mit ihrer Gruppenleiterin Ruthild Saynisch.
Die Sommerferien verbrachten wir bei jedem Wetter in der Wittlicher Badeanstalt – im nur von der Sonne aufgewärmten Wasser. Das bisschen Taschengeld brachten wir bei Musseleck`s, Staudts oder Huberts Lissi für Süßigkeiten oder eine Zeitung (z.B. Bravo) unters Volk. Die ersten Pommes Frites und Hamburger kauften wir bei "Krügers Goldene Hähnchen". Ein Geschmack, den man heute bei Mc Donalds vermisst.
Im Winter verlagerte sich das Geschehen auf die Rodelbahnen am Fallerberg und an der Schwarzen Muttergottes in St. Bernhard sowie auf dem Quetschenberg und die berüchtigte "S-Bahn" auf dem damals noch unbebauten Rollkopf sowie auf dem Häselberg. 
Nach der Volksschule trennten sich unsere Wege zur neu errichteten Hauptschule Wittlich -Sehlemet, Kurfürst - Balduin - Realschule und zum Cusanus - Gymnasium.
In der Jugend wurde das Cafe Mohr, das Jugendheim Sankt Markus und die Klosterschenke in unserer Freizeit immer interessanter.

Je nach Abschluss der weiterführenden Schule führten uns unsere Wege in Ausbildung oder Studium. Da einige der heute 50-Jährigen Wittlich verlassen haben,  freuen wir uns sehr, möglichst viele auf der diesjährigen Kirmes wiederzusehen und mit ihnen gemütliche und ausgelassene Stunden zu verbringen.

Gedenken möchten wir auch Derjenigen, die bereits verstorben sind.